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Mrz 26

Neue Studie „Gekaufte Wissenschaft“

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Monsanto und andere Hersteller des Pestizids Glyphosat haben die wissenschaftlichen Belege für die Gesundheitsgefahren, z.B. Krebs, durch das Ackergift seit Jahren verzerrt. Die österreichische Organisation Global 2000 hat heute eine Studie mit dem Titel  „Buying Science“ (Gekaufte Wissenschaft) vorgestellt, die das belegt. Für Campact macht das deutlich, dass dieses Pestizid keine erneute Zulassung durch die EU erhalten darf. Ende des Jahres muss die EU genau darüber entscheiden.

Die Pestizid-Unternehmen haben eine Serie von Untersuchungen finanziert, die in Wissenschafts-Magazinen in der Zeit zwischen 2012 und 2016 erschienen sind. Sie alle kommen zu dem Schluss, dass Glyphosat keine Gefahr für die Gesundheit darstellt. Die Studie ?Buying Science? zeigt, dass diese Untersuchungen fundamentale wissenschaftliche Mängel aufweisen, wenn es darum geht, ob Glyphosat Krebs auslösen kann oder das Erbgut schädigt. Dabei geht es von kalkulierten Auslassungen über den Einbau irrelevanter Daten bis hin zur massiven Verletzung der OECD-Richtlinien für die Auswertung von Krebs-Studien bei Nagetieren. Mehrere Behörden haben die Bewertung der industrie-finanzierten Studien unkritisch übernommen.

„Schaut man genau hin, zeigen unter anderem Monsantos eigene Studien vor allem bei Mäusen statistisch signifikante Krebseffekte durch Glyphosat. Doch seit 2009 gilt: Ist ein Pestizid krebserregend, muss es in der EU verboten werden. Ein ernstes Problem für Monsanto und Co“, sagt Peter Clausing, Toxikologe, Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN Germany). Er ist gemeinsam mit Helmut Burtscher von Global 2000 und Claire Robinson von GM Watch Autor der Studie.

„Das Problem ist:  Die Behörden nutzen diese Studien, um über die Zulassung des Ackergifts zu urteilen erst letzte Woche die Europäische Chemikalienagentur ECHA. Das darf nicht sein“, sagt Maria Lohbeck von Campact. „Glyphosat gehört verboten. Schon über 500.000 Menschen aus ganz Europa haben sich dieser Forderung angeschlossen. Wir haben kein Vertrauen in die Entscheidungen der Behörden, wenn sie sich auf zweifelhafte Studien verlassen.“

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten verwendete Pestizid. Es gibt seit Jahren heftige Debatten um die mögliche Krebsgefahr und um die Unabhängigkeit von Wissenschaftlern. Erst im März 2015 hatte die Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation IARC auf die Krebsgefahr durch Glyphosat hingewiesen und das Gift als mögliche Gefahr für den Menschen klassifiziert. Doch die EU folgte dieser Einschätzung bisher nicht. Campact und Global 2000 sind Teil der Europäischen Bürgerinitiative ?Stop Glyphosat?, die sich für ein Verbot des Pestizids einsetzt und eine Reform des Zulassungsverfahren für Pestizide in der EU fordert.

Infos zur Europäischen Bürgerinitiative gegen Glyphosat hier

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